Bevor Sie eine Flasche Wein öffnen, sollte diese am besten ein paar Tage ruhen können. Hierfür sollten sie am besten an einem kühlen, nicht zu hellem Platz gelagert werden. Falls vorhanden, eigenen sich Kellerräume hierzu sehr gut. Häufig ist aber auch der Raum unter dem Bett im Schlafzimmer ein recht guter Ort – kühl und dunkel. Denken Sie daran, dass Weine ‚leben‘; sie durchlaufen einen Lebenszyklus und reagieren auf ihre Umgebung.

Ungefähr einen Tag vor dem Trinken sollten Sie anfangen, die Weine entsprechend Ihrer Rebsorte bei der richtigen Temperatur zu lagern. Die bekannte Faustregel hierzu ist „Rotweine bei Zimmertemperatur, Weißweine gekühlt„. Dieses ist zwar grundsätzlich richtig, dabei muss aber beachtet werden, dass diese Regel noch aus Zeiten stammt, als Häuser und auch Esszimmer im allgemeinen kälter waren. Das herrschaftliche Esszimmer wurde vor Erfindung der Zentralheizung mit Kachelöfen auf „wohlige“ 18 Grad geheizt. Heute habe wir sicherlich eine um 3° – 5°C höhere Temperatur im Esszimmer. Entsprechend bedeutet „Zimmertemperatur“ heute auch etwas anderes.

Schauen Sie in die folgende Tabelle für einen Überblick über wesentliche Rebsorten und deren empfohlener Trinktemperatur:

Im Übrigen lohnt es sich auch immer einen Blick auf das Etikett zu werfen: oft wird hier auch eine Trinktemperatur empfohlen.

Nachdem Sie nun bestimmt haben, welche Temperatur Ihr Wein haben soll, müssen Sie zuerst einmal bestimmen, welche Temperatur der Wein hat. Am besten eigenen sich hierfür Weinthermometer, welche Sie wie einen Armreifen um die Flasche herum anlegen.

Hier ein paar Tipps & Tricks, wie Sie den Wein nun am besten auf die richtige Temperatur bekommen können:

  • Grundsätzlich sollten Sie es vermeiden, die Weintemperatur radikal anzupassen. Je langsamer er auf Temperatur kommt, umso schonender für den Wein.
  • Zum Kühlen eines Weißweines oder eines Schaumweines ist es am einfachsten, diesen in Kühlschrank zu lagern.
  • Zu Not, können Weine auch schnell im Gefrierfach gekühlt werden. Allerdings sollte der Wein nicht länger als ca. 15 min hierin gekühlt werden. Ansonsten laufen Sie die Gefahr, dass der Weingeschmack hierdurch beeinflusst wird.
  • Auch wenn es im Winter draußen oft ausreichend kalt ist, ist das Kaltstellen auf dem Balkon durch die oft wechselnden Wetterbedingungen nicht ideal.
  • Eine schnelle Art des Kühlens ist das Eisbad: hierfür nehmen Sie einen Kübel und füllen diesen ungefähr halbvoll mit Wasser. Geben Sie nun einen Esslöffel Salz hinzu und füllen Sie den Kübel bis ca. drei fingerbreit unterhalb des Randes mit Eiswürfeln auf. Bitte vergessen Sie hierbei nicht, ein Tuch zum Abwischen der Flasche bereit zu halten. Das schnelle Herunterkühlen eines Weins (oder Champagners) im Eisbad wird auch Frappieren genannt.
  • Wenn Sie nun z.B. zu einem Picknick unterwegs sind, bieten sich flexible Weinmanschetten an, welche entweder direkt in der Gefriertruhe gekühlt werden, oder aber Kühlelemente besitzen.
  • Rotweine sollten am besten langsam in einem Raum erwärmt werden. Dieser Vorgang wird auch „chambrieren“ genannt.
  • Sollte es schnell gehen, können die Weinflaschen auch in einem warmen Wasserbad langsam erwärmt werden.
  • Stellen Sie Rotweinflaschen nicht auf eine Heizung zum Erwärmen. Hierdurch wird im Wesentlichen der Wein im Bereich des Flaschenbodens erwärmt, wohingegen der Rest kaum beeinflusst wird.

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